Neue KiTa, geförderte Wohnungen, gemeinsames Engagement:St. Ambrosius in Trier-Nord eingeweiht


Nach rund zweijähriger Auslagerung ist die katholische KiTa St. Ambrosius wieder an ihren vertrauten Standort in Trier-Nord zurückgekehrt. Am 22. August wurde der Neubau mit einem Gottesdienst, der Einsegnung der Räumlichkeiten und einem Festakt offiziell eingeweiht. Das Besondere: Die sechsgruppige KiTa ist Teil eines in dieser Konstellation bislang einzigartigen Projekts in Trier. Über der Einrichtung sind 34 vollständig geförderte, mietpreisgebundene Wohnungen entstanden.
„Hier soll Zukunft entstehen“, sagte Britta Weizenegger, Bürgermeisterin und Sozialdezernentin der Stadt Trier, beim offiziellen Festakt. Das Projekt verbinde zwei wichtige Bausteine für einen lebendigen Stadtteil: familiengerechtes Wohnen und eine gute soziale Infrastruktur. Die besondere Zusammenarbeit von Stadt als Bauträger, der katholischen KiTa gGmbH Trier als Betriebsträger und der Immprinzip GmbH & Co. KG als externem Investor habe dabei neue Wege eröffnet.
„Wir sind Projektentwickler“, erklärte Jan Eitel, Geschäftsführer der Immprinzip GmbH & Co. KG. Die Aufgabe bestehe darin, unterschiedliche Interessen und Anforderungen zusammenzubringen und die „Fäden zusammenzuknoten“, damit am Ende etwas Gutes entstehe. Besonders sichtbar werde der Erfolg des Projekts für ihn dort, wo Raum mit Leben gefüllt werde: „Wir lieben die Ergebnisse – vor allem das Kinderlachen.“
Ein guter Ort für Kinder, Familien und Gemeinschaft
Für die katholische KiTa gGmbH Trier ist der Neubau zugleich ein deutliches Zeichen für die Bedeutung frühkindlicher Bildung im Bistum Trier. „Die KiTa ist ein guter Ort für ein gelungenes christliches Gemeinwesen“, betonte Geschäftsführerin Cordula Scheich. Kindertageseinrichtungen seien weit mehr als Orte der Betreuung. Sie seien Bildungsorte, Lebensorte und wichtige Anlaufstellen für Familien.
Das Bistum als Mehrheitsgesellschafter der katholischen KiTa gGmbH Trier nehme damit gemeinsam mit seinen Partnern eine wichtige gesellschaftliche Verantwortung wahr. Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten, ihnen gute Bildungschancen zu eröffnen und Familien zu unterstützen, gehöre zu den zentralen Aufgaben einer zukunftsfähigen Gesellschaft.
Die neue KiTa bietet dafür moderne räumliche Voraussetzungen. Sechs Gruppen sind im Erdgeschoss und in weiteren Räumen des Neubaus untergebracht. Dazu kommt eine rund 1.800 Quadratmeter große Außenfläche mit überdachten Bereichen. Die Kinder haben damit deutlich mehr Raum zum Spielen, Lernen, Forschen und Entdecken. Zugleich ist die KiTa als wichtiger sozialer Ort mitten im Stadtteil weiterhin gut verankert.
Für Standortleitung Vanessa Steffens war der gesamte Prozess ein „großes Abenteuer“. Bauphase, Auslagerung und Umzug hätten das Team vor viele Herausforderungen gestellt, gleichzeitig aber auch zusammengeschweißt. „Wir haben uns als Team richtig gefunden und sind stark zusammengewachsen“, blickte sie zurück. Ihr besonderer Dank galt deshalb ihren Mitarbeitenden, den Gesamtleitungen Nina Wallrich und Katja Schmitt und der Elternschaft für Vertrauen, Geduld und Unterstützung sowie den zahlreichen Menschen und Organisationen, die das Projekt begleitet haben. Ein ganz herzliches Dankeschön ging abschließend an Michael Scholtes, zuständiger Bauleiter der Immprinzip GmbH, der sich während des gesamten Projekts als unerschütterliche und verlässliche Stütze auf dem Weg zur neuen KiTa erwies.
Auch zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer trugen dazu bei, dass die neuen Räume und das Außengelände mit Leben gefüllt werden konnten. Unter anderem die Nikolaus Koch Stiftung, das Nells Park Hotel, die Firma Markenmut und die Rehkitz Stiftung unterstützten die Anschaffung von Spielmaterial und Spielgeräten.
Nachhaltig gebaut für die Zukunft
Der Neubau setzt auch beim Bauen selbst zukunftsweisende Akzente. Das viergeschossige Gebäude wurde in Holzhybrid-Bauweise errichtet und verbindet die KiTa mit 34 geförderten Wohnungen. Es erfüllt den KfW-Standard „Klimafreundlicher Neubau – Effizienzhaus 40 NH“ und die Anforderungen des „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude“ (QNG).
Mit der offiziellen Einweihung ist das Bauprojekt nun abgeschlossen. Für die Kinder und das KiTa-Team beginnt damit der Alltag im neuen Haus – an einem vertrauten Ort, aber mit völlig neuen Möglichkeiten.
„Der Bau war auch ein Lernfeld für alle Beteiligten“, resümierte Cordula Scheich. Ein Lernfeld, das gezeigt habe, was entstehen kann, wenn unterschiedliche Partner ihre Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zusammenbringen. In St. Ambrosius ist daraus ein neuer Ort für Bildung, Begegnung und gemeinsames Leben in Trier-Nord entstanden.
Zum Hintergrund
Die Geschichte des neuen KiTa-Gebäudes reicht zurück bis zum früheren Pfarrheim St. Ambrosius. Das Gebäude, in dem seit 1974 – nach einer Erweiterung 1992 – die KiTa und das Pfarrheim untergebracht waren, musste aufgrund seines maroden Zustands abgerissen werden. Auf dem Gelände des früheren Pfarrhauses, in unmittelbarer Nähe des Bürgerhauses Trier-Nord und der 2021 profanierten Kirche St. Ambrosius, entstand anschließend der Neubau. Der Stadtrat fasste im März 2023 einstimmig den Baubeschluss. Die Bauarbeiten begannen im Mai 2024. Nach einer rund zweijährigen Auslagerung in die Trierer Jägerkaserne konnte die KiTa im Februar 2026 vorzeitig in die neuen Räume zurückkehren.
Mit dem neuen Projekt veränderte sich auch die Bauträgerschaft: Sie liegt heute bei der Stadt Trier. Die Stadt hat die Räumlichkeiten der KiTa nach Fertigstellung zunächst für 20 Jahre angemietet. Betriebsträger der Einrichtung ist weiterhin die katholische KiTa gGmbH Trier. Das Projekt steht damit beispielhaft für eine neue Form der Zusammenarbeit: Öffentliche Hand, kirchlicher Träger und privater Projektentwickler bündeln ihre jeweiligen Kompetenzen, um gleichzeitig soziale Infrastruktur, bezahlbaren Wohnraum und nachhaltige Stadtentwicklung zu schaffen.
