Entdecken, erforschen und begreifen

(Bericht Trierischer Volksfreund, erschienen am 08.04.2017)

Die Mitarbeiterinnen der Kita Üdersdorf haben für ihre Arbeit eine neue Konzeption erarbeitet und beim Tag der offenen Tür vorgestellt.

Üdersdorf "Kinder lernen selbstbestimmt, sind Konstrukteure ihrer eigenen Entwicklung, erschließen sich die Welt selbst durch ihr Handeln und lernen durch Versuch und Irrtum", so erklärt Kita-Leiterin Manuela Schenk im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund.

Vor diesem Hintergrund gestalten die Erzieherinnen der Üdersdorfer Einrichtung ihre Arbeit mit den Kindern. Vor vier Jahren haben Schenk und ihr Team mit der neuen pädagogischen Konzeption begonnen.

"Das war ein langer Prozess, für die Kinder und ihre Eltern, aber auch für uns Erzieherinnen", sagt sie und ihre Kollegin Jutta Schneider ergänzt: "Das war nicht einfach, weil sich alles grundlegend verändert hat. Früher hatten wir ja feste Gruppen, aber es gab kein festes Konzept und wir waren sehr unzufrieden mit der Situation. Ich finde es erstaunlich, wie schnell wir das dann alle miteinander verändert haben."
Während die Kinder die neue Entwicklung "gut mitgemacht" hätten, sei es für die Eltern eine größere Umstellung gewesen, ergänzt Leiterin Schenk.
"Manchmal Geduld zu haben, Dinge in der Veränderung wahrzunehmen, einen Raum zu erleben, der noch nicht fertig war, da mussten die Eltern mitwachsen", erklärt Schenk.

"Aber ich habe ganz schnell eine positive Veränderung bemerkt", stellt Schneider rückblickend fest. Äußerlich zeigt sich die geänderte Situation darin, dass es nur noch einen festen Gruppenraum gibt, nämlich den für die Kinder unter drei Jahren, genannt Miniwerkstatt.

Daneben gibt es die Malwerkstatt Atelier, die Forscherwerkstatt Logomenta oder die Theaterwerkstatt Tivoli. "Es kommen viele Fragen der Kinder aus der Natur, wir haben sie ja vor der Haustür", sagt Schneider.

So ergäben sich aus dem lebenspraktischen Umfeld der Kinder Fragen, wie etwa "Was macht der Maulwurf unter der Erde?". Hintergrund dazu sei, dass die Kinder bei einem Spaziergang Maulwurfshügel entdeckt hätten.

Oder sie hätten Weidenkätzchen an den Bäumen gesehen und wollen wissen, was das ist.

Am Tag der offenen Tür präsentiert auch Mitarbeiterin Jennifer Sextl die tiergestützte Pädagogik mit ihrem Hund Merlin, einem Australian Shephard.
Einmal pro Woche lernen die Kinder durch Streicheln oder sportliche Übungen den Umgang mit Hunden. Oder sie kümmern sich um die Kaninchen, die auf dem Außengelände leben.

In der Malwerkstatt erstellen Kinder ihre Straßenmalkreide selbst aus Gips, Farbe und Wasser oder sie lassen ihrer Fantasie mit Farbe und Pinsel freien Lauf.

"Mit Kopf, Herz und Hand - mit allen Sinnen die Welt entdecken, erforschen und begreifen", so heißt das Leitbild der Üdersdorfer Erzieherinnen und das füllen die Kinder mit Leben.

© Text und Bild: Trierischer Volksfreund (Alwin Ixfeld)