Zum 3. Mal in Folge ausgezeichnet zum "Haus der kleinen Forscher"

Mit dieser Zertifizierung wurde der Kath. Kindergarten Sankt Servatius für das kontinuierliche Engagement im Bereich der naturwissenschaftlichen Bildung ausgezeichnet. Die Erzieherinnen begleiten die Kinder mit viel Motivation bei ihrer Entdeckungsreise durch den Alltag und schaffen damit wichtige Grundlagen in der Bildungsbiografie. Mit der Zertifizierung und der zugehörigen Plakette möchte die Stiftung das Engagement wertschätzen und nach außen sichtbar machen.

Die Bewerbung zum „Haus der kleinen Forscher“ unterliegt festen Bewertungskriterien und wurde im Hinblick auf vier Qualitätsbereiche: Orientierungs-, Struktur-, Prozessqualität und die Öffnung nach außen überprüft. Im Gesamtergebnis erreichte die Bewerbung 86%. Der Durchschnitt aller eingereichten Bewerbungen lag bei 74%.
Das Forschen im Alltag gehört zum pädagogischen Konzept der Einrichtung. Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Versuche der Kinder ihrer Lebenswirklichkeit entsprechen und für die Kinder einen Sinn ergeben.

Vor diesem Hintergrund fand das Thema Magnetismus seinen Eingang in die Bewerbung zur Weiterzertifizierung.

Das Thema Magnetismus eignet sich für naturwissenschaftliche Bildung auch schon im Elementarbereich, da es vielfältige Lernsituationen ermöglicht.

Kinder begegnen Erscheinungsformen des Magnetismus in ihrer Alltagswelt in unterschiedlichen Bereichen - Magnetspielzeuge, Magnete an Kühlschränken, Magnetverschlüsse an Taschen, Türen und Schmuck. Die Tatsache, dass sich bei Magneten eine Wirkung fühlen und beobachten  lässt, ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen spannend und erzeugt einen großen Anreiz mit Magneten zu hantieren.  

Im Mittelpunkt der Aktivitäten stand zuerst das Kennenlernen verschiedener aus dem Alltag bekannter Materialien (Holz, Metall, Plastik, Kork, Stein, Pappe). Die Kinder erfahren spezifische Eigenschaften und beschreiben diese inhaltlich. Anschließend ordnen sie verschiedene Alltagsgegenstände (Schrauben, Plastiklöffel, …) diesen Materialien zu. In einem weiteren Schritt ging es darum, Magnete zu erkunden und zu beobachten, welche Gegenstände von Magneten angezogen wurden oder nicht.  
In der dritten Sequenz stand die Anziehung eines Magneten durch andere Materialien hindurch im Fokus.

Die Kinder wurden im Verlauf des Forschungsprozesses immer wieder motiviert, ihre Ideen und Vermutungen (Wieso? Weshalb? Warum? Hast Du eine Idee?, usw. ) zu äußern. Neben den inhaltlichen Erkenntnissen erweitern die Kinder so ganz nebenbei ihren Wortschatz.

Vor dem Hintergrund dieser gemachten Grunderfahrungen erfolgten dann weiterführende und aufbauende Sequenzen zum Thema Magnetismus.

So wurden gemeinsam Probleme gelöst, wie bekommen wir z. Bsp. den Schlüssel aus dem Regengitter oder wie finden wir verlorene Gegenstände aus Metall im Sand wieder.

Und auch wir als Erwachsene freuten uns darauf, gemeinsam auf Forschungsreise zu gehen und mit den Kindern unsere Fragen zu beantworten, denn Magnetismus ist ein umfassendes und zukunftsbesetztes Thema:

Unsere Erde besitzt ein eigenes Magnetfeld. Im Innern der Erde befindet sich ein Eisenkern, der von einer flüssigen metallischen Masse umgeben ist und durch diese ständige Bewegung der metallischen Massen entsteht, vereinfacht gesagt, das Magnetfeld der Erde. So befindet sich am geografischen Nordpol der magnetische Südpol und am geografischen Südpol der magnetische Nordpol. Das Magnetfeld zeigt im Modell die sogenannten Feldlinien, an denen sich die Kompassnadel ausrichtet und die rote Spitze der Kompassnadel N sich immer nach magnetischen Südpol S ausrichtet und so immer die Richtung Norden zeigt. Ohne Magnetfeld könnten wir nicht auf der Erde leben, denn die Sonnenstürme würden uns verbrennen. Die Feldlinien des Magnetfeldes sind auch die Ursache für die Farbenbracht der Polarlichter, denn an den Polen sind die Feldlinien am dichtesten gebündelt und an deren trichterförmigen Eingängen bildet sich durch verschiedene chemische Reaktionen das Farbenspiel. Magnetismus ist auch ein Thema der Kinder in und für die Zukunft : Wo und wie möchte ich leben?  Energie, Mobilität, Ökologie, etc., denn heute findet sich Magnetismus in vielen Geräten und in jeder Berufssparte. Telekommunikation, Fahrzeugindustrie, Raumfahrt, Lufttechnik, Computerbranche, Umweltschutz etc.  Mehr als 50 Tierarten orientieren sich mit ihrem Magnetsinn und bestimmen so ihre Wander- und Flugrichtungen. Und hier wird es wichtig sein, gut informiert zu sein, um eine persönliche Position zu vertreten und mit diskutieren zu können.  

Die Entwicklung einer Handreichung mit entsprechenden Materialkästen zur praktischen Umsetzung wurde durch die Deutsche Telekom Stiftung ermöglicht.

Weiterhin werden wir auch über das Projekt “Die kleinen Entdecker“ – ein Projekt für Kitas des Arbeitgeberverbandes vem. die arbeitgeber e. V. mit einer Forscherbox „Versuchs mal! - Magnetismus“ unterstützt.