Kita St. Paulin zu Besuch beim "T-Shirt"
im Trierer Dom

(Bericht Trierischer Volksfreund, erschienen am 04.05.2017)

Zwei Tage lange sind hunderte Kindergartenkinder aus dem ganzen Bistum in Trier zu Gast. Sie beten, sehen den Schrein des Heiligen Rocks und erfahren, warum es in der Kirche einen kleinen Zoo gibt.

Der Domfreihof und das Kulturzelt sind erfüllt vom Gelächter, Gesinge und Geplauder kleiner Kinder. Der Nachwuchs trifft aus den verschiedenen Teilen des Bistums ein, einige sogar aus Luxemburg. Sie kommen zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Zug. Mit ihren farbigen, teilweise selbst gebastelten Mützen oder mit leuchtenden Westen stellen sie sich mit ihren Erziehern vor dem Dom in die Schlange, die bis in den Hof hinaus reicht.

Auch die "schlauen Vorschulwölfe" der Kita St. Paulin Trier sind unter ihnen. Wie jede andere Kita, die schon einmal bei den Heilig-Rock-Tagen dabei gewesen ist, haben sie ihren Pilgerstab dabei. Für jede Teilnahme wird der Stock mit einem neuen Symbol geschmückt. Brav, aber aufgeregt warten die Fünf- bis Sechsjährigen darauf, den Dom zu betreten. Sie wissen, dass der Heilige Rock darin liegt und sind gespannt darauf, ihn zu sehen.

Im Inneren wimmelt das Gotteshaus von Kindern. Die ehrenamtlichen Helfer des Bistumsfestest heißen jede Kita persönlich willkommen und überreichen den Kitas ihr diesjähriges Symbol. Anschließend versammelt sich die 14-köpfige Gruppe aus Trier vor einer der zwei großen Karten des Bistums. Dort steckt einer der Jungs ein oranges Fähnchen an die Stelle, die die Stadt markiert. Anhand der beiden Karten lässt sich später anschaulich darstellen, aus welchen Gegenden die Kinder angereist sind. Zu den bereits markierten Orten zählen unter anderem Koblenz und Saarlouis.

Die Domführung für die Trierer Kita übernimmt Axel Berger, Diakon der Paulinkirche. Er erzählt den Kleinen die Geschichte der Kaiserin Helena, die den Heiligen Rock nach Trier gebracht haben soll. Als er über die Seefahrt der Kaiserin nach Jerusalem und wieder zurück berichtet, veranschaulicht er das durch eine Origamifigur des besagten Schiffes. Mit offenen Mündern und großen Augen verfolgen die Kinder, wie er den Sturm schildert, der das Schiff beschädigte und dabei Stücke des Papierschiffes abreißt. Dann faltet er das Papier auseinander. Es hat jetzt die Form des Heiligen Rocks. Auf die Frage hin, was das wohl darstellt, vermutet einer der Jungen: "Ein T-Shirt!". Anschließend werden sie sich einig, dass es der Heilige Rock ist.

Als Nächstes sollen die Kinder sich umsehen und im Dom nach Tierbildern Ausschau halten. Am meisten Interesse zeigen die Kleinen für eine mit Fischen verzierte Klappe im Boden. Berger erzählt ihnen, dass Fische das Symbol der Christen sind. Was die Kinder mehr fasziniert, ist eher die Tatsache, dass der schwere Deckel geöffnet werden kann. Weitere entdeckte Tiere sind Löwe, Adler und Stier. Während der Suche arbeiten die Kinder eifrig mit und löchern Berger mit Fragen.

Dann geht’s zum Heiligen Rock. Es gibt ein paar verwirrte Gesichter als klar wird, dass die Reliquie nicht wirklich zu sehen sein wird. Trotzdem ist die Begeisterung groß, als die Kleinen den Raum betreten. Einer neben dem anderen drücken sie sich gegen das Glas, um die Kiste zu sehen. Nach einem kleinen gemeinsamen Gebet ist die Domführung vorrüber.

Weiter geht es für die Kinder bei einem der Workshops der Heilig-Rock-Tage. Der Schwerpunkt liegt dabei dieses Jahr auf der Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder. Im Rokoko-Saal des Kurfürstlichen Palais singen und klatschen die Kleinen vergnügt zu einem Mitmach-Theaterstück. In der Geschichte rettet ein Gartenzwerg den Dschungel, denn "niemand ist zu klein, ein Held zu sein".

Zum Abschluss finden sich alle Kinder zu einer Messe im Dom zusammen. "Das ist unvergleichlich", sagt Birgit Klemens, Erzieherin der St. Paulin Kita. Lächend beschreibt sie, wie die Kinder die Bänke und Stühle füllen, um gemeinsam zu singen und zu beten. "Man wird von den Emotionen mitgerissen", sagt sie.
Auf die Frage, was dem Nachwuchs aus Trier am besten gefallen hat, antworten die meisten, "der Dom" oder "die Klappe mit den Fischen". Am besten drückt es jedoch der kleine Julian aus: "Das Hemd von Jesus", sagt er. Der ganze Tag hinterlasse einen großen Eindruck, erzählt Erzieherin Birigt Klemens. "Noch Tage danach erzählen die Kinder davon."

© Text: Trierischer Volksfreund (Jessica Mutsch)
© Bild: Foto: dpa  Foto: Friedemann Vetter (Ve._) ("TV-Upload Vetter")