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Gemeinsam Stück für Stück individuelle Lösungen entwickeln

Eingeschränkter Regelbetrieb in den Einrichtungen der katholischen KiTa gGmbH Trier

Trier | 2. Juni 2020

Ab dem 8. Juni wird in allen rheinland-pfälzischen Kindertageseinrichtungen von der aktuellen erweiterten Notbetreuung auf einen eingeschränkten Regelbetrieb umgestellt. Damit soll es jedem Kind ermöglicht werden, zumindest wieder stunden- oder tageweise die Kita zu besuchen. Vorschulkinder finden dabei besondere Berücksichtigung, damit sie einen gemeinsamen Abschluss ihrer Kindergartenzeit vor dem Eintritt in die Schule erleben können.

Zur Umsetzung des eingeschränkten Regelbetriebs  wurden seitens der Landesregierung gemeinsam mit dem Kita-Tag der Spitzen Leitlinien für die Kindertagesbetreuung in einem Alltag mit Corona vorgelegt. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Gegebenheiten vor Ort lassen diese jedoch viel Raum für individuelle Lösungen, die nun für jede Einrichtung individuell entwickelt werden müssen: „Unverändert gilt (…) die Verantwortung der Einrichtungsträger für die konzeptionelle, organisatorische und personelle Ausgestaltung des Angebotes.“[1] Entscheidende Größen bei der Planung in jeder Kita sind dabei immer das aktuelle Infektionsgeschehen, das zur Verfügung stehende Personal und die jeweiligen räumlichen Gegebenheiten. 


Was bedeutet das für die in unserer Trägerschaft befindlichen Einrichtungen?

Die aktuelle Situation stellt für uns alle,  und zwar über alle Firmenebenen hinweg, eine neue Herausforderung dar. Sicher ist, dass es keine bewährte „Allzweck-Lösung“ geben wird, denn einheitliche Vorgaben und Kriterien, wie Betreuungsangebote aussehen sollen, engen die jeweiligen Möglichkeiten einer Kita stark ein, was wiederum in dieser dynamischen Situation nicht förderlich ist. Das bedeutet: jede unserer Einrichtungen muss für sich ein individuelles Konzept entwickeln und wird dabei von ihrer jeweiligen Gesamtleitung unterstützt.

Unser Ziel in der praktischen Umsetzung der Leitlinien ist es, das „was geht“, auch möglich zu machen und dabei transparent und nachvollziehbar zu arbeiten und zu kommunizieren. Allerdings hat das „was geht“ auch Grenzen. Wichtig ist es deshalb, die Eltern über ihre Vertretung im Elternausschuss miteinzubeziehen und zu informieren. Dabei muss aufgrund der Komplexität der Anforderungen allen Beteiligten klar sein: Es kann und es wird nicht alles von Beginn an perfekt sein können und manches auch nicht umsetzbar sein. Unser Anspruch ist es aber, aktuelle Entscheidungen immer wieder auf ihren Nutzen und ihre Praktikabilität zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Hier können wir stark von unserem breiten Firmennetzwerk profitieren, uns gegenseitig austauschen und Bewährtes weitergeben.


Was bedeutet das für die Kinder im eingeschränkten Regelbetrieb?

Der Umfang des möglichen Betreuungsangebots für Kinder in unseren Einrichtungen wird aufgrund der individuellen Voraussetzungen und den genannten Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich ausfallen. Unser Ziel ist es dabei, möglichst vielen Kindern einen (wenn auch kurzen) Kita-Besuch zu ermöglichen (u.U. stunden- oder tageweise).

In der praktischen Umsetzung der eingeschränkten Regelbetreuung sieht das Land die Bildung sogenannter Betreuungssettings vor, die als soziale Gruppe von Kindern verstanden werden, welche „regelmäßig, in gleicher Zusammensetzung in klar definierten Räumlichkeiten innerhalb einer Einrichtung […] betreut[2] werden. Für U3 Betreuungssettings ist eine Obergrenze von 10, für ältere Kinder eine Obergrenze von 15 Kindern vorgesehen.[3] Eine Durchmischung der Kinder soll aus Infektionsschutzgründen unbedingt vermieden werden. Innerhalb der Betreuungssettings selbst wird die strenge Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln nicht möglich sein und ist auch nicht mit unserem Verständnis von pädagogischer Arbeit vereinbar: Kita-Kinder brauchen Nähe und sollen, soweit dies unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes unserer Mitarbeiter/innen möglich ist, auch nicht darauf verzichten müssen.

 „Kindertagesbetreuung darf auch im Alltag mit Corona nicht nur einer „Betreuungslogik“ folgen, sondern orientiert sich an den Interessen der Kinder und damit dem dreifachen Auftrag der Bildung, Erziehung und Betreuung.“[4] Diesem Grundsatz zu folgen, ist für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbstverständlich. Auch während des Notbetreuungsbetriebs haben unsere Teams pädagogisch verantwortungsvoll und professionell gearbeitet und alles dafür getan, den Kindern unter den gegebenen Voraussetzungen einen „normalen“ Kita-Alltag zu ermöglichen. Ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit in der kommenden Zeit wird auf der Aufarbeitung der Erlebnisse und Erfahrungen der Kinder in den vergangenen Monaten liegen.


Was bedeutet das für die Eltern und Sorgeberechtigten?

Für alle Familien waren die vergangenen Monate herausfordernd und in vielen Fällen belastend. Deshalb ist es uns wichtig, die Eltern über ihre Vertretung in den Elternausschüssen in die kommenden Planungen miteinzubeziehen, um gemeinsam Konzepte für unseren neuen Alltag zu entwickeln. Allerdings müssen sich Eltern darauf einstellen, dass unter den gegebenen Umständen und Vorgaben – es handelt sich um einen eingeschränkten Regelbetrieb – vermutlich nicht alle Bedarfe im gewünschten Umfang berücksichtigt werden können. Je nach Größe unserer Einrichtungen werden sich die Betreuungsangebote darüber hinaus erst nach und nach entwickeln und nicht alle sofort und auf einmal zur Verfügung stehen können. Die vor den Kitaschließungen gültigen Öffnungszeiten der Kitas werden bei den Planungen als zeitlicher Rahmen dienen.

Damit unser neuer Kita-Alltag gelingt, sind wir in besonderem Maße auch auf die Unterstützung der Eltern angewiesen. Dazu zählt, dass die jeweiligen Regeln der Einrichtungen, insbesondere in Bezug auf Hygienemaßnahmen, eingehalten werden müssen (z.B. Tragen eines Mund-Nase-Schutzes, Handdesinfektion bei Betreten des Gebäudes, Beachtung von Wegekennzeichnungen, insbesondere in Bring-/Abholsituationen etc.). Vor allem aber dürfen Kinder, die akute respiratorische Symptome zeigen (z.B. Husten, Schnupfen, dauerhaftes Niesen), die Einrichtung nicht besuchen bzw. müssen schnellstmöglich abgeholt werden.

Fazit

Die eingeschränkte Regelbetreuung ist nur ein erster Schritt in Richtung Normalität. Bis zum Regelbetrieb, wie wir ihn kannten und uns zurückwünschen, ist es noch ein langer Weg. Für uns als Träger und unsere Einrichtungen bedeutet er einen enormen Planungsaufwand mit viel Freiraum, aber auch Unsicherheit in der praktischen Umsetzung. Gleichzeitig erhoffen sich alle Kinder bzw. Familien innerhalb des eingeschränkten Regelbetriebs möglichst viel Betreuungszeit zu erhalten. Diese nachvollziehbare Erwartungshaltung in Kombination mit den zahlreichen Corona-bedingten (Hygiene-)Auflagen und einer häufig eingeschränkten Personaldecke (Stichwort Risikogruppe) erzeugt aktuell einen enormen Druck, dem sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort stellen.

Transparente und nachvollziehbare Entscheidungen treffen, um "das Mögliche möglich zu machen", ist dabei die Leitlinie der katholischen KiTa gGmbH Trier.

 


[1] Leitlinien des Kita-Tag der Spitzen Rheinland-Pfalz: Kindertagesbetreuung in einem Alltag mit Corona, S.6.

[2] Leitlinien des Kita-Tag der Spitzen Rheinland-Pfalz: Kindertagesbetreuung in einem Alltag mit Corona, S.8.

[3] Vgl. Leitlinien des Kita-Tag der Spitzen Rheinland-Pfalz: Kindertagesbetreuung in einem Alltag mit Corona, S.11.

[4] Leitlinien des Kita-Tag der Spitzen Rheinland-Pfalz: Kindertagesbetreuung in einem Alltag mit Corona, S.2.