Katholische Kindertageseinrichtungen sind lebendige Orte von Kirche

Die Abteilung Kindertageseinrichtung und familienbezogene Dienste des Bischöflichen Generalvikariates hatte zu einem Fachtag mit Professor Isidor Baumgartner eingeladen.

Die Bistumssynode hat weitreichende Prozesse der Veränderung von pfarrgemeindlichen Strukturen zur Folge. Die "Pfarrei der Zukunft" wird von größeren pastoralen Räumen und individuellen Angeboten, die die vielfältige Lebensrealität der Menschen aufgreifen geprägt sein. In den größeren pastoralen Räumen werden sich unterschiedliche, an den Bedarfen der Menschen orientierte Glaubenszugänge und Formen gelebter christlicher Gemeinschaft entwickeln.

Die katholischen Kindertageseinrichtungen verstehen sich von je her als spezifische Orte von Kirche mit offenen und niederschwelligen Zugängen zum Glauben. Sie bieten Kindern und damit jungen Familien eine von gegenseitigem Vertrauen und Zutrauen geprägte Gemeinschaft an.
An diesem Fachtag diskutierten erstmals die Geschäftsführungen und Gesamtleitungen der drei großen Trägergesellschaften für katholische Kindertagesstätten im Bistum Trier (katholische KiTa gGmbH Trier, Koblenz und Saarland) gemeinsam mit den Fachberatungen des Diözesan Caritasverbandes in den drei Visitationsbezirken  und den pastoralen Begleitern der Dekanate über die Auswirkungen der synodalen Beschlüsse auf die katholischen Kindertageseinrichtungen.

Katholischen Kindertagesstätten haben ihren ganz eigenen, auf die Kinder und Familien ihres Sozialraums abgestimmten diakonisch-pastoralen Auftrag. Dieser wurde schon durch die Umsetzung des Rahmenleitbildes des Bistums deutlich profiliert und weiterentwickelt. Die Kindertagesstätten unterstützen und begleiten Familien nicht nur durch die Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags der Bildung, Erziehung und Betreuung, sondern  erweitern diese Perspektive um den gelebten, tatkräftigen Glauben.
Diese Profilierung der Einrichtungen und deren stetige Weiterentwicklung, auch im Sinne der Beschlüsse der Bistumssynode, war das Thema des Fachtags "Katholische Kindertageseinrichtungen als Orte von Kirche", der am 4. April im Robert Schuman Haus in Trier stattfand.

Strukturveränderungen haben laut Prof. Isidor Baumgartner, emeritierter Professor für Pastoraltheologie, Pastoralpsychologie und Caritaswissenschaften der Universität Passau und prominenter  Begleiter der Veranstaltung, immer auch eine Veränderung der Haltungen und Konzepte der darin agierenden Menschen zur Folge.

Das Rahmenleitbild für katholische Kindertageseinrichtungen im Bistum Trier, welches gerade überarbeitet wird, ist seit dem Jahr 2008 Referenzrahmen für die Qualität der Arbeit in den Einrichtungen des Bistums. Die dort geforderten Haltungen und die jeweils in den Kitas entwickelten Umsetzungen bilden die Grundlage für das Selbstverständnis und den mittlerweile erreichten Selbststand der katholischen Kindertagesstätten als pastoralen Orten.

Professor Isidor Baumgartner, der die bundesweite Studie: „Für Kinder und Eltern – 1
katholische Kindertageseinrichtungen in pastoralen Räumen“ im Auftrag des Verband Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK) – Bundesverband e.V., sprach von einer Zeit des „Kairos“ für die Kindertageseinrichtungen,  die durch den Wandel der Strukturen und Kontexte, angestoßen durch die Bistumssynode, für katholische Kindertageseinrichtungen, besonders im Bistum Trier angebrochen sei.  
"Die katholischen Kindertageseinrichtungen", so Professor Baumgartner, "sind insbesondere durch ihr spezielles pastorales Gepräge besondere Orte von Kirche, die gerade dadurch nicht unter anderen, bereits existierenden Orten subsummiert werden können."

In den pastoralen Räumen der Zukunft werden Netzwerksarbeit und Kooperation gefordert sein. Die katholischen Kindertageseinrichtungen sind damit  in den "Pfarreien der Zukunft" sehr bedeutsame und unverzichtbare  Knotenpunkte und Anlaufstellen der entstehenden Netzwerke und Kooperationen.
Sie benötigen dazu weiterhin die kontinuierliche fachliche Begleitung und Unterstützung durch die großen Trägerstrukturen der drei katholischen KiTa gGmbHs, durch die Fachberatung und vor allem auch durch die ihnen schon zur Seite gestellten pastoralen Begleiter.

Professor Baumgartner bekräftigte, zusammen mit den genannten Unterstützungssystemen der Fachberatung und der pastoralen Begleitung, sowie den Gesamtleitungen und Geschäftsführungen, dass die katholischen Kindertagesstätten für diese Weiterentwicklung bereits „sehr gut aufgestellt“ seien. Dennoch gäbe es noch viel zu tun, um das Selbstverständnis der Kitas auch weiterhin zu stärken und das Bewusstsein, im oben beschriebenen Sinn als pastoraler und kirchlicher Ort zu wirken, sowohl bei den Erzieherinnen und Erziehern, als auch nach Außen, in den pastoralen Räumen  zu fördern und fachlich zu begleiten.

Alle Teilnehmer des Fachtags waren sich mit Aloys Perling, Pastoralreferent und Mitarbeiter der "Abteilung Kindertageseinrichtung und familienbezogene Dienste" im des Bischöflichen Generalvikariats, darin einig, dass die Weiterentwicklung der Kindertagesstätten als Ort von Kirche  im Rahmen der durch die Synode geforderten Perspektivwechsel und Strukturveränderungen auch mit dem überarbeiteten Rahmenleitbild in Zukunft sichergestellt wird.

 

© Text: Katholische KiTa gGmbH Trier
© Fotos: Bistum Trier