Kinder mit Fluchterfahrung in den Einrichtungen der katholischen KiTa gGmbH Trier

In den vergangenen Monaten sind die Zahlen der Kinder mit Fluchterfahrung in den Kindertagesstätten der katholischen KiTa gGmbH Trier weiter deutlich gestiegen. So besuchten Ende Juli 2016 insgesamt 291 Kinder aus unterschiedlichsten Krisengebieten  92 verschiedene Einrichtungen. Diese Entwicklung wird sich voraussichtlich fortsetzen.

Eingebunden in das Flüchtlingskonzept des Bistums Trier und des Diözesan-Caritasverbandes Trier e. V. (willkommens-netz.de) stellen wir uns als katholische KiTa gGmbH Trier, Träger von derzeit 152 katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Trier, dieser Herausforderung, um auch in unseren Kindertagesstätten umfassende Integrations-Lösungen für Flüchtlingsfamilien realisieren zu können.
 
Kinder mit Fluchterfahrung sind in erster Linie KINDER!
Um insbesondere diesen, aufgrund der Fluchterlebnisse oftmals traumatisierten Kindern wieder ein grundsätzliches Gefühl von Sicherheit vermitteln zu können und sie nachhaltig zu integrieren, ist der Besuch einer Kindertageseinrichtung von elementarer Bedeutung. Kindertagesstätten sind Orte, an denen Kinder mit Fluchterfahrung und ihre Familien sicher im Hier und Jetzt ankommen und neue Hoffnung entwickeln können. In den Einrichtungen der katholischen KiTa gGmbH Trier stehen insbesondere auch die Vermittlung von Werten, der Sprache sowie das Erlernen eines wertschätzenden Sozialverhaltens im Vordergrund.

Die pädagogischen Mitarbeiter/innen unserer Kindertageseinrichtungen sehen sich kurzfristig mit verschiedenen Anforderungen konfrontiert, denn die Kindertagesstätte ist die Anlaufstelle für die Flüchtlingsfamilien für alle Fragen zur Betreuung ihrer Kinder. Familien stehen mit ihrem Betreuungsbedarf „von jetzt auf gleich“ vor der Türe - die Sprachbarrieren erschweren den Aufnahmeablauf erheblich. Fehlende Kenntnisse zu den kulturellen Gegebenheiten in den Heimatländern sowie die Unkenntnis der  oft traumatischen Fluchterlebnisse der einzelnen Familien stellen den Integrationsprozess der Kinder vor echte Herausforderungen.

Darüber hinaus benötigen Kinder aus Flüchtlingsfamilien oftmals innerhalb kürzester Zeit einen Betreuungsplatz, gleichzeitig ist völlig ungewiss, wie lange sie an einem Ort verweilen dürfen. Die Tatsache, dass kaum freie Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, lässt zudem eine Konkurrenzsituation zwischen Eltern, deren Kinder auf einer Warteliste stehen und neu hinzukommenden Flüchtlingsfamilien entstehen.
Zwar bestimmen die Jugendämter hierbei bestimmte Vergabekriterien, letztlich sehen sich jedoch die Kindertageseinrichtungen vor Ort mit der Verantwortung der Entscheidung zur Vergabe der freien Plätze konfrontiert.

Durch kontinuierliche Fortbildung und Netzwerkarbeit nach innen (Ressourcen der Mitarbeiter/innen) und außen (Netzwerke Kirchengemeinde, Ortsgemeinde) ist es uns gelungen, die Kindertagesstätten der katholischen KiTa gGmbH Trier als Ort für gelingende Integration/ Inklusion von Familien mit Fluchterfahrung zu etablieren.

Begleitet wird dies von einer großen Hilfsbereitschaft der heimischen Familien und von großer Dankbarkeit innerhalb der Flüchtlingsfamilien.